Places: Auf Reisen zu sich selbst finden?

Mit Mitte zwanzig fragt man sich des Öfteren, ob man sich selbst schon gefunden hat. Hat man das? Wie geht das überhaupt? Viele Schüler und Studenten absolvieren während ihrer Schulzeit oder während des Studiums ein Jahr Unterricht im Ausland.

Dort, heißt es, findet man sich selbst.

Sich selber finden, was bedeutet das denn überhaupt? Ich habe mir darüber auch schon so einige Gedanken gemacht und weiß gar nicht genau, ob ich das konkret beantworten kann.

Ich selber habe nie ein richtiges Auslandsjahr gemacht. Leider kam es nicht dazu. Aber ich hatte das Glück, einen Monat im Ausland arbeiten zu können. Ich musste mich darum komplett selber kümmern und ich bin bis heute froh, das alles gemacht zu haben. Ich hab sogar ein Stipendium bekommen und konnte die Zeit richtig genießen, obwohl ich Vollzeit gearbeitet habe.

Auf Reisen entflieht man dem Alltag.

Endlich kommt man mal dazu, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Das ist die Essenz des Alleine-Reisens. Man kann sich selbst nicht mehr ausweichen. Und das ist auch gut so. Aus einem anderen Grund macht man solch eine Reise auch gar nicht. Ok, es sieht im Lebenslauf auch sehr gut aus und die Fremdsprachenkenntnisse verbessern sich auch. Aber alleine auf Reisen gehen bedeutet, dass man sich selber organisieren muss. Niemand nimmt einem das ab. Man wächst dadurch mit seinen Aufgaben und entdeckt an sich selber neue Eigenschaften.

Alleine Reisen, selbst eine Woche ist eine Herausforderung!

Ich habe es gewagt und bin vor ein paar Jahren das erste Mal alleine verreist, ja sogar geflogen. Ich bin zwar nur innerhalb Deutschlands geflogen und das nach Berlin, aber für mich war das ein sehr großer Schritt. Schon alleine am Flughafen mein Gate zu finden war eine Aufgabe, die ich meistern musste. Für Vielflieger hört sich das vermutlich albern an. Aber jeder, der zum ersten Mal alleine verreist, weiß bestimmt, was ich meine. Ich war so aufgeregt, das war eine ganz neue Erfahrung.

Meine kleine Reise nach Berlin war sehr anstrengend, aber auch wohltuend. Ich konnte machen, was ich wollte, musste auf niemanden Rücksicht nehmen und konnte die Stadt in Ruhe erkunden. Ein paar Tage haben mir gereicht um mir zu zeigen, dass Reisen alleine auf jeden Fall das Selbstvertrauen stärkt. Es machtunheimlich mutig.

Man liegt abends im Bett und denkt an den Tag, an dem man neue Leute kennen gelernt hat, neue Plätze gesehen hat und viel erleben konnte.

Ich glaube, dass man schon ein Stück zu sich selber findet, wenn man länger von zuhause weg ist. Klingt paradox. Aber im Alltag ist man fest eingespannt, man hat ein festes Umfeld, dass einem vielleicht kaum Luft lässt. Um all das abzuschütteln, geht es gar nicht anders, als einfach mal weg zu fliegen. Nach Indien, Australien oder in die USA. Egal, wo es einen hin verschlägt. Neue Eindrücke hinterlassen auf uns eine Spur, die unsere Persönlichkeit prägt.

Zu sich selber finden, das bedeutet, zu wissen, wer man ist. Ich meine nicht, dass man weiß, wie man heißt, wo man lebt und welche Eissorte man am liebsten mag. Sondern zu wissen, welche Werte man vertritt, ob man eine Meinung zu bestimmten Themen hat, zu wissen, was einem im Leben wichtig ist. Einen Sinn entdecken.

Vor allem in den 20ern ergeht es vielen jungen Menschen so, dass sie anfangen, darüber nachzudenken. Dies ergibt sich automatisch, denn irgendwann in diesem Lebensabschnitt wird man mit Fragen rund zum Thema Zukunft befragt. Karriereaussichten, Kinder kriegen, Heiraten und so weiter. All diese Dinge sind groß in ihrer Wirkung. Aber mit Mitte Zwanzig, wie soll man da schon genau wissen, was man vom Leben will und erwarten kann. Heutzutage ist es schwierig, man hat zuviel Auswahl. Ja, ich beschwere mich tatsächlich darüber. Aber wie soll man sich bei so zahlreichen Möglichkeiten für einen Lebensweg entscheiden? Es können ruhig auch mehrere sein. Aber zu sich selber gefunden mit Mitte Zwanzig haben wahrschienlich noch nicht so viele. Und falls doch, habe ich einen falschen Eindruck meiner Generation? Wem geht es denn genauso?

Eine Reiseauszeit nehmen.

Nach der Schule, der Ausbildung oder dem Studium eine Pause machen und erstmal schauen, was die Welt so zu bieten hat. Das ist etwas, was ich jedem nur empfehlen kann. Ich habe zwar noch keine Erfahrung in der Hinsicht, bin dem aber absolut nicht abgeneigt und denke, dass das für mich ebenfalls genau das Richtige ist. Und wenn es nur für einen Monat ist. Eine Abenteuerreise oder ein Wellnessurlaub, egal. Hauptsache mal raus. Hauptsache mal weg und was anderes sehen, hören, schmecken. Neues kennen lernen und sehen, was die Welt alles zu bieten hat. Raus, raus, rausgehen.

Hast du schon eine lebensveränderte Reise gemacht? Eine Reise alleine oder eine Auslandsjahr? Wie war es und gab es für dich ein Schlüsselerlebnis?

xxx

Anja

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