Feelings: Keine geborene Optimistin

Ich habe wirklich Glück. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der der größte Anteil  der Familienmitglieder aus Realisten besteht. Somit bin ich auch zu einer Realistin geworden.

Ich sehe die Dinge immer mit einem fragwürdigen Blick an und versuche allem und jedem auf den Grund zu gehen. Das kann für das Gehirn sehr anstrengend sein, ständig am Denken und so.

Um einfach mal ein bisschen lockerer zu sein, hat mir meine Mama einen guten Schuss Optimismus mit auf den Weg gegeben. Gerade soviel, um mir selber den Antrieb zu geben, etwas positiver in die Welt raus zu gehen. Das fing irgendwann in der Schule oder sogar schon im Kindergarten an, als ich meine ersten negativen Erfahrungen gemacht habe. Sei es mit anderen Kindern, den Lehrern oder Erziehern oder dem Lernstoff. Mit mieser Laune oder mit einem verweinten Gesicht zuhause angekommen, hat meine Mama mich stets versucht aufzumuntern. Das ging nicht immer gut, da ich einfach nicht verstanden habe, wie sie in so einem Moment eine für mich negative Sachlage irgendwie positiv auslegen konnte. Oder wie sie es von einem anderen Standpunkt betrachten konnte.

Erst viel später habe ich selbst gemerkt, dass sie mir wirklich nur helfen wollte und das auf ihre positive Art und Weise. Man darf das Leben nicht so schwer nehmen und wie man den Spruch mit den sauren Zitronen kennt, macht man aus ihnen süße Limonade. Dennoch war es ein steiniger Weg bis dahin.


In meiner Jugend fühlte ich mich ständig fehl am Platz. Vor allem in der Schule, besonders die Unter- und Mittelstufe war schlimm für mich. Schlechte Noten weil mich der Lernstoff kaum interessiert hat, Zickenterror in der Klasse, den ich nicht verstanden habe und aus dem ich mich am liebsten raus gehalten habe. Dazu die Pubertät und ein Gefühl der Rast- und Ratlosigkeit. Ich wusste einfach nicht, wohin mit mir, versuchte, einen Platz in verschiedenen Subkulturen zu finden um mich selber dort zu finden und alles war irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. Und die Abwärtsspirale meines Selbstempfindens und des Selbstbewusstseins bohrte sich immer tiefe in mich hinein.

Positives Denken? Unvorstellbar!

Wie man als Teenager so ist, habe ich ganz gerne auch mal überdramatisiert. Zu dieser Erkenntnis kommt man erst viel später und schämt sich vermutlich hinterher auch für die ganzen Tiraden, die man von sich gegeben hat. Aber das gehört zum Erwachsenwerden dazu und ist unter anderem auch den verrückten Hormonen zuzuschreiben.

Es gab für mich ein paar Ankerpunkte in meinem Leben, die mir geholfen haben, positiv zu denken. Lebensereignisse, die typischerweise in einem Lebenslauf stehen, aber auch andere, persönliche Erlebnisse. Gute, wie auch schlechte, wohlgemerkt.

Die guten Ereignisse sind natürlich ganz leicht mit positiver Energie verknüpfbar, man freut sich, wenn man sich an diese erinnert und hofft, sie auch weiterhin in Erinnerung zu behalten. Sie geben einem Kraft.

Negative Erlebnisse können in positive umgewandelt werden, auch wenn das bestimmt nicht bei allen der Fall ist. Aber jedem Ereignis kann man etwas Positives abgewinnen, zumindest hat mir meine Mutter es so beigebracht. Dafür benötigt man allerdings etwas mehr Zeit.

Ich versuche so viele positive Erinnerungen wie möglich zu sammeln und zu konservieren. Es gibt immer mal wieder Tage, an denen alles irgendwie furchtbar ist und das unberechenbare Gefühl der Ohnmacht sich anschleicht.

Aber ich versuche auf jeden Fall weiterhin positiv zu denken, auch wenn es mir nicht immer leicht fällt. Es hat sich für mich bewährt und macht mich und mein Umfeld glücklicher.

Ich hoffe, auch du findest gefallen am positiven denken. Wie bist du zu einer Optimistin geworden?

xxx

Anja

2 Gedanken zu „Feelings: Keine geborene Optimistin“

  1. Liebe Anja, ein toller Beitrag, der zum Nachdenken anregt! Ich habe einige Menschen kennengelernt da draußen, denen es viel schlechter geht, die harte Schicksalsschläge erfahren haben, große Probleme hatten oder haben und trotzdem immer positiv sind. Diese Menschen bewundere ich und denke mir einfach, ich kann mich glücklich schätzen, dass ich das nicht durchmachen muss,Freunde und Familie habe, die mich unterstützen. Deshalb versuche ich immer positiv zu denken. Es gibt natürlich Momente, wo man glaubt, die Welt geh unter, aber dann raff ich mich immer zusammen und denke mir: ich habe ein tolles Leben! Liebe Grüße,Nikolina vom mimishoneypot

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    1. Hallo Nikolina, vielen Dank für deinen Kommentar. Du hast Recht, man kann sich glücklich schätzen, wenn man liebe Menschen um sich herum hat, die einem helfen und einem in schlechten Zeiten nicht hängen lassen. Das versuche ich dann auch wieder zurück zu geben 🙂
      Liebe Grüße, Anja

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