Feelings: Warum man mit Mitte 20 im Dauerstress ist.

Ich höre so oft den Satz „Du bist ja noch jung.“.

ICH KANN ES NICHT MEHR HÖREN!

Diese Debatte übers Alter geht mir gehörig auf den Keks. Ja, richtig, mit Mitte 20 ist man vielleicht auch noch nicht alt. Aber man fühlt sich oft diskriminiert und vor den Kopf gestoßen. Man fühlt sich auch nicht richtig ernst genommen. Vielleicht weil man noch studiert? Geht es anderen Mittzwanzigern genauso wie mir? Keine Ahnung. Ich für meinen Teil fühle mich nicht mehr so jung, wie früher. Logisch. Ich wohne mit einem Mann zusammen, verdiene mein eigenes Geld, studiere und halte mein Leben irgendwie am Laufen. Ich bin für mich selbst verantwortlich. Da fühlt man sich schon recht erwachsen. „Du bist ja noch jung.“. Das kann man gerne zu jemandem sagen, der gerade Abi gemacht hat und noch nicht so genau weiß, was er mal machen will.

Mich stresst es ehrlich gesagt, dass ich mit Mitte zwanzig noch keinen „richtigen“ Job habe. Ich gehe arbeiten, aber das Studium geht natürlich vor. Mit Mitte Zwanzig und drüber will man aber endlich mal fertig sein. Mit der ganzen Studiums/Ausbildungssache. Puh.

Auf den Mittzwanzigern liegt eine große Last. Vor allem auf uns Frauen. Schule, Ausbildung, Studium, Arbeiten. Das ist der Plan. Aber für Familie hätte ich gerne auch noch ein bisschen Zeit. Oder für Hobbies. Karriere und den Rest miteinander vereinbaren zu vereinbaren ist eine Herausforderung.

Man rackert sich also ab um eine vernünftige Ausbildung zu bekommen und möchte dann einen tollen Job bekommen. Bei mir schwebt jetzt schon die Angst im Kopf, dass ich keine Stelle bekomme, weil die Arbeitgeber entweder sagen, dass ich zu wenig Berufserfahrung habe oder dass ich ja vielleicht schwanger werden könnte, weil ich dafür ja das perfekte Alter habe. Das Dilemma, dass vielleicht einige kennen?

Das führt dazu, dass ich mich selber noch mehr unter Druck setze, meinen zukünftigen Arbeitgeber von mir zu überzeugen. Und wie? Indem ich jetzt im Studium ein richtig geiles Portfolio zusammen bekomme, dass alle vom Hocker reißt. Das ist schonmal ein Plan.

Ich weiß, mir so einen Stress zu machen ist total unnötig und ich predige ja selber immer, dass man schön entspannt bleiben soll. Aber jedes Mal, wenn es in irgendeiner Unterhaltung mal wieder ums Alter geht, sagt wieder irgendjemand diesen blöden Satz. „Du bist ja noch jung.“

Meeh.

Und wer sagt das immer? Die lieben Männer. Hab den Satz noch nie von einer Frau gehört. Sind immer Männer, die älter sind als ich, die anscheinend davon überzeugt sind, dass ich noch Jahre Zeit habe, mir über alles Mögliche Gedanken zu machen. Wo ich hin will, was ich mal machen möchte und so weiter.

Vielleicht haben sie auch alle Recht. In meinem Kopf bin ich hin- und hergerissen, schmiede viele mögliche und unmögliche Pläne. Hab ich Zeit, mir so viele Gedanken zu machen? Ich will mir ehrlich gesagt gar nicht so viele Gedanken machen.

Hast du auch das Gefühl, dass die Gesellschaft das einem abverlangt?

Die blöde Leistungsgesellschaft. Zum einen spornt sie einen richtig an, sich Mühe zu geben, was auf die Beine zu stellen. Zum anderen setzt sie einen unter Druck und führt einen in depressive Zustände.

Viele Mittzwanziger haben sich noch nicht selbst gefunden. Sie wissen nicht genau, wo sie hin wollen und was sie vom Leben zu erwarten haben. Man hat schon viele Erfahrungen gemacht, die Teenie Phase vollkommen abgelegt, aber weiß einfach nicht, was noch so kommt.

Naja. Ich bin ja noch jung, ne. Und das wird sich alles schon finden. So oder so. Aber bis dahin werde ich jeden böse angucken, der diesen Satz zu mir sagt.

xxx

Anja

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